Wing Chun

Im Wing Chun gibt es keine festgelegten Kombinationstechniken / Sektionen. Gerade Wing Chun lässt diese Art von Ausbildung nicht zu. Der Sinn im Wing Chun liegt darin keine feste Absicht zu haben und auf die Aktionen den Partners mit den verinnerlichten Prinzipien zu reagieren. Die regelmäßige Praxis gibt uns den Reflex automatisch das richtige Prinzip anzuwenden. Dadurch sind unsere Bewegungen auf den Partner optimal abgestimmt, weil er sie hervorruft.

Wir lernen Wing Chun durch die Formen und durch Partnerübungen. Die wichtigste Übung ist das Reflextraining Chi Sao. Das überlieferte Wissen in den Formen gibt uns ein Verständnis über unsere Körperstruktur, Mechanik und Kampfprinzipien. Wir müssen verstehen wie sich unsere Körperstruktur mit dem Boden verbindet, wie wir große Energien freisetzen können und wie wir auf Kräfte reagieren können, um diese abzulenken oder auszubremsen. Die Formen helfen uns die Zusammenarbeit von Fersen, Kniegelenke, Wirbelsäule, Schultergelenke, Ellenbogengelenke, Handgelenke, Muskulatur und mentale Einstellung optimal wirken kann.

Zuerst übt man die erste Form Siu Lim Tau und das dazugehörige einarmige Reflextraining Daan Chi. Ist man damit vertraut beginnen wir mit dem beidarmigen Rollen Poon Sau und die Schrittarbeit. Wenn wir die Wendung gelernt haben folgt das Ellenbogenreflextraining Lap Sau.

Die Chum Kiu Form enthält die wichtige Schrittarbeit Huen Ma und Biu Ma. Sobald man alles gelernt kann man die dritte Handform Biu Gee lernen und danach die Holpuppenform Muk Yan Chong. Man kann aber auch zuerst die ersten drei Sätze der Holzpuppenform lernen und danach die Biu Gee Form und im Anschluss daran den Rest der Holzpuppenform.

Die Holzpuppe ist ein Trainingsgerät mit korrigierender Wirkung. Sie ist nichts geheimnisvolles und man sollte schon früh daran trainieren. Sie ist eine wichtige Unterstützung um mit den Energien zu arbeiten. Die dritte Handform Biu Gee enthält weitere Prinzipien wie beispielsweise Notfallstrategien, wenn etwas falsch gelaufen ist und wir in eine gute Position zurückfinden müssen.

Die letzten beiden Formen im Wing Chun sind Waffenformen. Die erste und einfachere ist die Langstockform Luk Dim Kwun. Wir trainieren die 3½ Punkt Langstockform von Yip Chun und die 6½ Punkt Langstockform von Yip Ching.

Die letzte Form im Wing Chun ist die Doppelmesserform Bart Cham Dao genannt. Historisch betrachtet sind die Techniken der kurzen Doppelschwerter durch die Erfahrungen auf dem Schlachtfeld entstanden und enthalten daher auch Strategien um lange und schwere Waffen wie Speer und Schwertlanze abzuwehren.

Wing Chun ist die Anwendung von Körpermechanik in Bezug auf das Kämpfen. Wir lernen viel über uns selbst und der Erfolg hängt vom richtigen Verständnis der Prinzipien, vom regelmäßigem Training und von der eigenen Konzentration ab.

Gute Lehrer müssen ihr Wissen uneingeschränkt teilen. Gute Schüler müssen dafür offen sein. Sie dürfen aber nicht blind folgen und müssen selbständig denken. Lehrer und Schüler lernen beide voneinander. Sie sind nichts anderes als Kollegen auf dem Weg.

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