Yip Chun Seminar 1985

Die Notizen über die Yip Chun Unterweisung stammen aus der Feder von Trevor Jefferson und sind im original in englisch geschrieben. Die Ratschläge die Yip Chun 1985 in einem Seminar für Lehrer hielt wurde durch Samuel Kwok vom chinesischen ins englische übersetzt.

Ich habe versucht den Sinn der in englisch geschriebenen Notizen in deutsch wiederzugeben und habe mich dabei auf meine eigenen Erfahrungen als Lehrer verlassen. Das Original können Sie hier finden: „http://tjwingchun.co.uk/extinfo/articles/ycinstsem.html

Fehler im Training

Unsere kommerzielle Gesellschaft basiert auf der Vermarktung von Produkten. Das Kung Fu ist heutzutage davon nicht ausgenommen. Es hat sich verändert vom traditionellen Unterricht für einige wenige, die sich das Vertrauen des Lehrers durch Respekt und strengen Übungen beweisen mussten.

Sie sollten sich über die praktischen Aspekte ihres Stils und ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst sein. Und Sie sollten in der Lage sein das Vertrauen Ihrer Studenten durch Techniken und Lehrfähigkeit aufzubauen, um diese zu halten und durch ihre Empfehlungen weitere Schüler zu bekommen. Dies sollte durch ständige Wissenserweiterung Ihrer Schüler geschehen.

Sie sollten niemals angeben. Sie sollten die Absicht haben den Stil zu vermarkten und nicht sich selbst. Unterrichten Sie auch nicht zu viel auf einmal, nur um einen neuen Schüler zu beeindrucken, denn er wird wenig lernen können, weil er nicht in der Lage ist eine große Menge an Wissen zu verdauen.

Sie sollten Ihre Studenten niemals schlagen. Dies verschreckt und baut Ängste auf. Das ist negativ und muss unbedingt vermieden werden. Als Lehrer sollten Sie wissen, dass Sie einen Schüler treffen können, also müssen Sie es nicht tun.

Bringen Sie Ihre Studenten dazu Fähigkeiten zu erlernen. Treffen Sie die Studenten nicht hart. Es gibt sogar Zeiten in denen Sie sich von Ihren Studenten treffen lassen sollten. Wenn Sie getroffen wurden bedeutet es nicht, dass Sie nicht gut sind. Dies soll den Studenten zeigen, dass sie Fortschritte machen. Die Wahrscheinlichkeit das Sie getroffen werden ist meistens dann, wenn Sie eine Technik erklären wollen und dadurch zögern und der Schüler aber einfach weiter macht.

Lehrplan

Die Grundlage des Lehrplans für die Handtechniken im Chi Sao sind die Techniken aus den drei Formen. Das Chi Sau lernt man in mehreren Etappen:

Die Erste Stufe ist das einarmige Anhaften „Dan Chi“. Der wichtigste Aspekt dabei ist den Kontakt mit dem gegnerischen Arm beizubehalten. Wenn nach einiger Zeit der Kontakt beibehalten werden kann sind die Studenten bereit für das beidarmige Anhaften.

Bong / Tan Übung: Diese Übung startet zunächst als einarmige Übung und da die meisten Menschen Rechtshänder sind, sollte mit der linken Hand begonnen werden. In der Bong Position sollte das Handgelenk entspannt sein. Der Tan Sau sollte rechtwinklig und gerade vorm Körper sein. Wenn der Ellenbogen nicht nach innen kommen kann, dann kann das Handgelenk in Ausnahmefällen geringfügig neben der Zentrallinie sein.

Als weitere Vorbereitung wird dann eine Partnerübung ausgeführt, in der ein Student die Bong/Tan Bewegungen und der andere die Fook/Deng Bewegungen ausführt. Dies wird so lange geübt, bis beide Arme die Bewegungen flüssig ausführen können. Die Handpositionen sollten korrekt sein.

Die Bewegungen werden schnell ausgeführt und dann wenn die Position erreicht ist wird gezögert, um erkennen zu können ob sie korrekt oder fehlerhaft sind. Dabei muss immer auf die korrekte Distanz und auf korrekte Positionen geachtet werden.

Wenn die Positionen nicht korrekt sind dann den Körper berühren. Wenn der Fook Sau nicht korrekt ist, wird es eine Lücke geben. Wenn der Ellenbogen zu nah am Körper ist, wird es eine Lücke geben. Erst wenn die Übung mit beiden Armen erfolgreich absolviert wird hat der Student die erste Stufe des Chi Sau erreicht.

Die zweite Stufe im Chi Sau beginnt, wenn der Student lernt wie, wann und wie viel Kraft man anwendet. Es ist zu lehren keine unnötige Kraft anzuwenden. Im Bong Sau sollte kein Kraftgefühl sein. Der Tan Sau sollte nicht seitlich raus gedrückt werden. Wenn der Partner es bemerkt zirkelt er nach Innen und trifft. Solche Fehler sollten vermieden werden da es kein sauberes Chi Sau ist.

Die Fook Sau besteht in Wirklichkeit aus zwei Techniken. Fook Sau ist die niedrige Position und schützt die Zentrallinie, während Deng Sau die hohe Position ist und die gegnerische Zentrallinie bedroht. Der Ellenbogen ist wegen den Vorwärtsbewegungen Innen. Fook Sau sollte niemals nach unten drücken …

Die Dritte Stufe sind die wechselnde Hände (Chuen Sau). Es ist wichtig das Gefühl der Innen- und Außenseite der Arme auszubilden und die Bedeutung zu verstehen. Mit dem Außenarm ist es einfacher den Gegner zu kontrollieren als zu treffen. Mit dem Innenarm ist es einfacher zu treffen, weil er eine kürzere Distanz zurücklegen muss und den Außenarm beim Angriff blockiert. Wechseln solltest man wenn der gegnerische Bong Sau dabei ist sich nach unten zu bewegen. Der Fook Sau zirkelt als Angriff nach Innen. Der andere Wechsel ist wenn sich Tan Sau zu Bong Sau bewegt. Dein Huen Sau wird dabei mehr als ein Handflächenstoß benutzt um den Gegner zu kontrollieren. Der gegnerischen Arm sollte niemals verlassen werden.

In der vierte Stufe werden die Reflexe, das Feingefühl oder die Empfindung geschult. Es ist alles das gleiche oder miteinander verwandt. Wenn das Feingefühl fehlt werden die Reflexe nicht ausgelöst. Um das Feingefühl zu üben drückt der Tan Sau raus. Der Partner im Fook Sau fühlt es und zirkelt nach Innen und kontrolliert den Arm. Um die andere Richtung zu trainieren drückt der Fook Sau Arm den Tan Sau Arm, welcher dann oben rüber kommt um zu schlagen. Diese Energieveränderungen sind klein und nicht übertrieben, da alle Empfindungen fein sein sollen. Wer ein gutes Feingefühle und geschulte Reflexe hat sollte in der Lage sein es zu verhindern getroffen zu werden. Diese Reflexe sollten noch vor der Chum Kiu gelernt werden. Wenn die Grundlagen nicht gefestigt sind sollte kein Gwau Sau praktiziert werden.

Die fünfte Stufe: integriert die Chum Kiu um die Positionen zu verändern. Die Richtung zeigt an wie die Fußarbeit auszuführen ist. Nach der Chum Kiu wird gelernt wie man sich bei den Anhaftenden Armen bewegt. Es werden korrekte Schritte um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Wenn man sich vorwärts bewegt benutzt man ein Bein und geht in die korrekte Position zwischen den gegnerischen Füßen. Gehe aber niemals in die mittlere Position zwischen den gegnerischen Füßen sonst muss dein Körper drehen und ist deswegen unausgeglichen. Hebe den Fuß niemals zu hoch an (wie bei den Tritten), weil man so leicht aus der Balance geraten kann…

Zur Werkzeugleiste springen