Wing Tsun wird von Lehrer zu Schüler weitergegeben. Dabei geht es nicht nur um einzelne Techniken, sondern vor allem um das Verständnis der Prinzipien und deren praktische Anwendung. Die Geschichte unserer Linie verbindet Yip Man, Wong Shun Leung und Philipp Bayer mit der heutigen Vermittlung des Wing Tsun in Hannover.
Yip Man (1893–1972) gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der modernen Wing-Tsun-Geschichte. In Hongkong unterrichtete er zahlreiche Schüler und trug wesentlich dazu bei, Wing Tsun über die Grenzen Chinas hinaus bekannt zu machen.
Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Wong Shun Leung und Bruce Lee. Die von Yip Man vermittelte Kampfkunst bildete damit die Grundlage für verschiedene Entwicklungen und Lehrlinien des heutigen Wing Tsun.
Wong Shun Leung (1935–1997) war einer der bekanntesten Schüler von Yip Man und wurde für seine ausgeprägte praktische Erfahrung bekannt. Seine intensive Auseinandersetzung mit der kämpferischen Anwendung des Wing Tsun prägte seine Unterrichtsmethode nachhaltig.
Auch Bruce Lee trainierte zeitweise unter seinem Einfluss.
Philipp Bayer begann sein Wing-Tsun-Studium bei Wong Shun Leung und verbrachte mehrere Jahre in Hongkong. Die persönliche Verbindung zu seinem Lehrer blieb bis zu dessen Tod bestehen und wurde zu einem wesentlichen Bestandteil seines eigenen Wing-Tsun-Weges.
1990 gründete Philipp Bayer die Ving Tsun Kung Fu Association Europe. Seitdem gibt er die von Wong Shun Leung vermittelte Methode in Europa weiter und bildet Schüler und Lehrer aus.
Michael Kostyniuk kam Ende der 1990er-Jahre erstmals mit Wing Tsun in Kontakt. Nachdem er verschiedene Stilrichtungen kennengelernt hatte, begann er bei Philipp Bayer nach der Wong-Shun-Leung-Methode zu trainieren.
Das Training mit Philipp Bayer wurde zu einem wichtigen Teil seines eigenen Weges im Wing Tsun.
Diese Linie wird heute auch in Hannover weitergeführt. Das Training orientiert sich an den Prinzipien des Wing Tsun und an der direkten Vermittlung innerhalb der Wong-Shun-Leung-Linie.
Im Mittelpunkt stehen nicht das Auswendiglernen von Bewegungen, sondern das Verständnis von Prinzipien und deren körperlicher Umsetzung.